Die Normalität des Alleinerziehenden-Status
Alleinerziehend – warum haben wir uns daran gewöhnt?
Dass eine Mutter, die in so vielen Kulturen außerhalb unseres Westens als heilig und dem Gott am nächsten angesehen, mit allem Leid und allen Sorgen alleine gelassen wird? Früher waren es Frauenkreise, die eine Gemeinschaft, ein Dorf und den Nachwuchs für die Zukunft umsorgt haben. Heute sind es die eigenen vier Wände, ein paar Treffen mit anderen Müttern und Vätern draußen und ein täglicher Kampf ums Überleben der eigenen Psyche.
Früher gab es ein Dorf
„Du musst dich einfach besser organisieren.“
Kinder zu haben ist keine Ein-Personen-Aufgabe
Und dann kommt der Schlafentzug
Besonders deutlich wird die Absurdität in den ersten Lebensjahren. Schlafentzug kann körperlich und psychisch massiv belasten. Chronischer Schlafmangel beeinträchtigt unter anderem Konzentration, Stimmung, Leistungsfähigkeit und Stressregulation.
Und trotzdem wird Eltern häufig vermittelt:
Das gehört eben dazu.
Du wolltest ein Kind.
Du musst da durch.
Dabei kommt noch vieles hinzu:
Windeln.
Stillen oder Fläschchen.
Nächte, in denen niemand schläft.
Zahnen.
Krankheiten.
Termine.
Arbeit.
Haushalt.
Einkäufe.
Behördengänge.
Finanzielle Sorgen.
Betreuung organisieren.
Und gleichzeitig soll der Elternteil möglichst gesund bleiben.
Sport machen.
Freunde treffen.
Sich selbst verwirklichen.
Eine berufliche Zukunft aufbauen.
Und bitte auch noch psychisch stabil sein.
Wann genau soll dieser Mensch eigentlich Mensch sein dürfen?

"Gib dein Kind doch einfach ab."
Heute müssen sich Mütter an Institutionen wenden und sie darum bitten, ihnen die Kinder für eine gewisse Zeit abzunehmen, weil sie sonst komplett daran zerbrechen. Um diese müssen sie dann wieder hart kämpfen, denn eine gute Mutter gibt nicht einfach so ihre Kinder ab, oder? Ist das tatsächlich die Entlastung die Eltern und Kinder brauchen? Warum behandeln wir Hilfe so häufig wie einen Beweis des Versagens, anstatt sie als Bestandteil verantwortungsvoller Elternschaft zu verstehen?
Wir behandeln die Symptome – aber nicht die Ursache
Wir brauchen wieder Gemeinschaft

Ein Kind muss nicht mein Kind sein, damit ich Verantwortung übernehmen kann
Und was bedeutet das für die Kinder?
Alleinerziehend darf kein gesellschaftlicher Einzelkämpferstatus sein
Wir brauchen einen neuen alten Gedanken
Das Dorf beginnt nicht irgendwo. Es beginnt bei uns.

